Mitte dieses Jahres habe ich mein Lebensmotto auf erneuerbare Energie und Elektromobilität ausgerichtet. Ich bin überzeugt davon, dass wir uns auf einem Weg in eine saubere und nachhaltige Zukunft befinden – im Sinne unserer Kinder und Kindeskinder. Als Facebook-Fan von Electrodrive-Europe habe ich im November 2011 selbstverständlich am damals ausgeschriebenen Gewinnspiel teilgenommen. Die Chance auf ein Wochenende mit Elektroauto und ein Abendessen im Romantikhotel oder einen anderen der tollen Preise wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Reichweitentest für Tesla-Roadster
Die Gewinnbenachrichtigung über einen Gutschein vom Ökohof Feldinger trudelte am 6.12.2011 per E-Mail ein. Jetzt war natürlich Salzburg von uns aus gesehen – Bezirk Bruck/Leitha, östliches Niederösterreich – nicht gerade um die Ecke. Da wir selbst seit einigen Monaten mit einem Tesla-Roadster elektromobil sind, war die Frage „Wie lösen wir diesen Gutschein ökologisch sinnvoll ein?“ schnell beantwortet. Die Fahrt nach Salzburg sollte erstens ein guter Test für die Electrodrive-Ladeinfrastruktur aus Sicht eines heimischen Kurzurlaubers und zweitens ein Reichweitentest für den Tesla-Roadster werden. Also kurzerhand ein Zimmer für diesen Kurzausflug im Hotel Mercure-Salzburg gebucht und am 22.12.2011 haben wir uns auf den Weg nach Salzburg gemacht.
Sicherheitshalber hab ich im Vorfeld die Gültigkeit meiner Electrodrive-Ladekarte der BEWAG nochmal prüfen lassen. Sowohl BEWAG als auch Salzburg AG sahen kein Problem. Dennoch habe ich wohl eine wichtige Info vergessen wie sich später noch herausstellte. Weiters habe ich mir den Streckenverlauf bis Salzburg im Detail angesehen und einen Zwischenstopp in Ansfelden-Nord eingeplant. Ein kurzer Anruf in der Landzeit Ansfelden-Nord genügte und uns wurde die Möglichkeit an einer der 16A-Drehstromdosen zu „tanken“ zugesichert. Jede Raststation hat im Normalfall eine oder mehrere mittels Starkstrom betriebene Müllpressen.
Abfahrt: Die rund 345 km Wegstrecke war nach einer Nettofahrzeit von knapp 4,5 Stunden überwunden. Die Fahrt im Roadster war trotz widriger Witterungsverhältnisse (Regen, knapp über 0 Grad, Gegenwind) angenehm. Dazwischen gönnten wir uns wie bereits erwähnt eine ausgedehnte Pause an der Raststätte Ansfelden-Nord, Restaurant Landzeit. Vielen lieben Dank an die Restaurant-Leitung ! Die „getankten“ 9 kWh haben sich am Ende als sehr wertvoll herausgestellt. Die von Wien nach Salzburg stetige Steigung von 150 m auf 570 m Seehöhe und das Wetter forderten dem Roadster alles ab. So kamen wir mit dem letzten Watt und 0 km Restreichweite in Salzburg bei der Salzburg AG, Bayerhamerstraße 16 an.
Ankunft: Die Electrodrive-Ladestation bietet hier eine 32A-Drehstromdose. Mit der von der BEWAG zur Verfügung gestellten Electrodrive-Ladekarte und der netten und raschen Unterstützung der engagierten Mitarbeiter der Salzburg AG konnten die 32A-Ladestation aktiviert werden.
Gute Ladeinfrastruktur in Salzburg
Hier wäre die Info wichtig gewesen, dass wir mit einem Tesla-Roadster kommen und gerne den derzeit einzigen 32A-Anschluß in Salzburg nutzen wollen. Für den 32A-Anschluß bedarf es offenbar einer eigenen Berechtigung. Aber das Problem konnte rasch und unbürokratisch gelöst werden – vielen Dank an dieser Stelle an Hrn. Messner und Kollegen von der Salzburg AG. Über Nacht durfte der Tesla dann rund 69 kWh für die Rückfahrt „tanken“.
An 18 Standorten verteilt in Salzburg gibt es öffentlich zugängliche Ladestationen, 9 davon auch geeignet für Elektroautos. Eine befindet sich mit mehreren 16A-Anschlüssen im Innenhof des Schlosses Mirabell. Die Ladezonen sind gut gekennzeichnet, durch eine Vereinbarung mit der Stadt Salzburg auch immer für Elektrofahrzeuge frei und werden nicht von den konventionellen Autos zugeparkt. Ein guter und wichtiger Schritt für die Akzeptanz der E-Fahrer. Die Stationen liegen strategisch günstig – während des Ladevorgangs kann gemütlich diniert, eingekauft oder einfach nur durch die Stadt flaniert werden.
Ladestations-Finder online
Den passenden Standort kann man sich online unter http://www.electrodrive-salzburg.at/ladestationsfinder oder auch über die iPhone Electrodrive-App suchen. Den gewonnenen Gutschein konnten am nächsten Morgen beim Ökohof Feldinger gegen ökologisch nachhaltige Produkte eintauschen. Aufgrund des etwas geringen Stauraums im Tesla, war der Einkauf leider etwas beschränkt. Das vielfältige Angebot an Produkten aus ökologisch nachhaltiger Landwirtschaft und Produktion hätte noch mehr Einkaufskörbe füllen können.
Am Parkplatz vor dem Ökohof in Wals hatten wir noch das Vergnügen mit einer begeisterten Nutzerin des Electrodrive-Angebotes und Fahrerin eines Th!nkCity (im Bild zwei Parkplätze weiter zu sehen) über die elektromobile Zukunft zu sprechen. Mit der Zuversicht, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen und voll Salzburger Electrodrive-Energie machten wir uns wieder Richtung Wien auf. Die Rückfahrt hätte keinen Zwischenstopp mehr in der Landzeit Ansfelden-Nord erfordert, dennoch war eine kleine Pause gut für die Konzentration. Bei konstant 90 km/h und Windschattenfahren waren nach den 345 km Wegstrecke noch immer 40 km Restreichweite im „Tank“.
Fazit: Salzburg ist auf einem guten Weg. Ladestationen sind leicht zu finden, gute Standortwahl und immer frei für Elektrofahrer. Bitte weiter ausbauen! Und auch ein paar 32A-Tanksäulen, für kürzere Ladezeiten. Einfaches Ladekartensystem mit einfach zu bedienenden Ladesäulen. Für Notfälle gibt es eine Hotline und sehr nette und engagierte Mitarbeiter.
Neben-Fazit: Österreichs Autobahnen könnten bereits eine High-Power-Ladezone sein. Jede Autobahnraststation hat Starkstromanschlüsse (jede Landzeit, Rosenberger, … hat mindestens eine Müllpresse!). Die Bereitschaft Elektrofahrern entgegen zu kommen ist bereits da, fehlt nur noch die Investitionsbereitschaft. Oder wie wäre es mit einer Kooperation der Energieversorger mit den Raststättenbetreibern? Damit wäre das lästige Vorurteil der Reichweite mit einem Schlag aus der Welt geschafft. Ein paar PV-Module auf’s Raststättendach oder auf dem Parkplatz davor gleichzeitig als geschützter E-Mobil-Parkplatz …
Über Manfred Hillinger
Manfred Hillinger möchte mit der Gründung von www.greensportcars.at und dem Blog www.teslafahren.at den Menschen die Themen „Elektromobilität“ und „erneuerbare Energie“ näher bringen und Überzeugungsarbeit leisten. Dazu stellt er sein Elektroauto sozusagen als Werbemittel und Werbeträger in den Dienst der Sache. „Betankt“ wird der Tesla Roadster übrigens an seiner eigenen PV-Anlage – also zu 100 % ökologisch unbedenklich. Zugleich will Hillinger mit seinem E-Fahrzeug zeigen, dass Elektromobilität einfach, sexy und leistungsfähig sein kann. Manfred Hillinger verleiht seinen Tesla Roadster auch. Weitere Infos gibt es für interessierte Unternehmen, Gemeinden, Vereine und Private unterwww.greensportcars.at oder www.teslafahren.at.




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